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Neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Zwängen

Kreis Steinfurt/Rheine. Andrea (Name geändert) lebt seit ihrer Jugend mit Zwängen. Es gab eine Zeit, da war ihre Haut vom ständigen Händewaschen so kaputt, dass ihr klar wurde, dass sich was ändern muss. Zuhause war sie fast ununterbrochen damit beschäftigt, den Kühlschrank, die Fenster oder den Boden zu putzen. Eine stationäre Behandlung in einer Klinik half ihr damals, die Zwänge besser in den Griff zu bekommen. Nach einer Schwangerschaft vor ein paar Jahren wurden die Zwänge aber wieder stärker und Andrea fühlt sich am Ende des Tages oft wie nach einem langen Arbeitstag.

Wenn der Zwang den Alltag so stark bestimmt, dass man nicht mehr in der Lage ist, vermeintlich ganz „normale“ Dinge zu tun, wie z.B. raus zu gehen, Freunde zu besuchen oder arbeiten zu gehen, nimmt der Druck etwas zu verändern immer mehr zu. Der Verstand weiß, dass die Zwangshandlungen rational nicht nachvollziehbar sind und dennoch „muss“ man einem inneren Drang nachgeben und empfindet sich selbst und die Zwangshandlung dabei als „stumpf“, kann aber nicht aus der eigenen Haut heraus.
Zwangserkrankungen zählen zu den häufigsten seelischen Erkrankungen. Sie können sich sowohl in Zwangsgedanken als auch in Zwangshandlungen äußern und treten in vielen verschiedenen Formen auf, wie zum Beispiel Waschzwang, Kontrollzwang, Ordnungszwang, rituelle Handlungen, der Zwang, perfekt zu sein oder zwanghafte Befürchtungen. Der Zwang gibt den Betroffenen dabei Sicherheit in einer ansonsten durch viele Unwägbarkeiten geprägten Welt.

In Rheine wird am Donnerstag, den 29. August um 18.30 Uhr eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Zwängen gegründet. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.

Selbsthilfe kann eine gute Ergänzung zu einer Therapie sein. Da Zwangserkrankte in ihrer näheren Umgebung oftmals Unverständnis erleben, entsteht in einer Selbsthilfegruppe ein Gefühl von Vertrautheit und Verbundenheit.
Gesucht werden Menschen, die sich wünschen, jemanden zu treffen, der nachvollziehen kann, wie es ihnen mit dem Zwang geht und wie sie sich ihm manchmal ausgeliefert fühlen. Freunden und Angehörigen fällt es oft schwer zu verstehen, warum der Zwang nicht einfach „eingestellt“ werden kann. Das Netzwerk Selbsthilfe und Ehrenamt unterstützt die Gründung dieser Gruppe und steht für Rückfragen und Anmeldungen unter Tel.: (0 25 72) 9 60 16 84 zur Verfügung.

 



 
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